Fun Facts Friday #2: Vom „Schnellen Brüter“ zum „Wunderland Kalkar“

21.01.2022 0 Kommentare

Vom „Schnellen Brüter“ zum „Wunderland Kalkar“ – aus dem (nie ans Netz gegangenen) Kernkraftwerk Kalkar wurde das Event und Entertainment Paradies am unteren Niederrhein.

Das Kernkraftwerk, dessen Planung, Bau und Genehmigungsverfahren sich von 1972 bis 1991 erstreckte und trotz baulicher Fertigstellung nie den Betrieb aufnahm, ist mit Kosten von mehreren Milliarden DM eine der größten Investitionsruinen Deutschlands. Grund für die Nichtinbetriebnahme waren wachsende politische, gesellschaftliche und fachliche Zweifel an der Nutzung von Atomenergie. Das Kernkraftwerk Kalkar sorgte für starke Proteste in den 1970er und -80er Jahren, zu denen sich bis zu 40.000 Demonstrant*innen versammelten und welche durch die Atomkraftunglücke 1979 in Harrisburg (USA) und 1986 in Tschernobyl (Ukraine) bestätigt wurden.

Da ein Abriss weitere Kosten in Millionenhöhe verursacht hätte, wurde das Gebäude 1995 per Zeitungsannonce zum Verkauf angeboten. Der Niederländer Hennie van der Most kaufte die Industrieanlage und wandelte diese über die Jahre in einen Erholungs- und Freizeitpark inklusive Hotels und Businesscenter um. Die Eisenteile des Kraftwerks werden derzeit ausgebaut und verwertet.

Der Kühlturm des nie genutzten Kernkraftwerks dient heute als Kletterwand. Urheber: Koetjuh, Wikimedia Commons

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