Vorstellung Masterarbeit: Nachhaltige Tourenplanung e-Food-Plattformen

02.11.2021 0 Kommentare

Insbesondere in urbanen Regionen entwickelt sich ein Trend mit Fokus auf einen gesünderen und nachhaltigeren Lebensstil. Die Nachfrage nach organischen und regionalen Lebensmitteln direkt vom Hof steigt im Zuge dieser Entwicklung gleichermaßen. Jeder Betrieb ist jedoch mit einer begrenzten Menge an Produktionsressourcen ausgestattet, sodass ein vollständiger Einkauf eines Kunden selten nur durch die erworbenen Lebensmittel eines Hofes gedeckt werden kann.

Als Lösungsansatz sind in den letzten Jahren mehrere e-Food-Plattformen entstanden, die online eine zentrale Schnittstelle für Landwirte aus der Region stellen, um ihre Produkte für eine größere Kundengruppe ersichtlich und zugänglich zu machen. In diesem Fall geben die Kunden jedoch bedingt die Verantwortung für Nachhaltigkeit an die Plattformen ab, indem nun diese für den Emissionsausstoß während des Vertriebs zum Kunden zusätzlich zu deren Verbrauch entlang der Wertschöpfungskette verantwortlich sind. Mit der potentiellen Minimierung dieser Faktoren beschäftigt sich meine Masterarbeit „Nachhaltige Tourenplanung für eine ausgewählte e-Food-Plattform“. Das zentrale Ziel dieser Arbeit war die Entwicklung eines Tools für die Kölner Plattform Frischepost, welches die Lösung des Tourenplanungsproblems unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien verbindet.

Das finale Tool basiert auf einem Lösungsansatz von Schneider, Stenger und Goeke (2014) und enthält die unternehmensspezifischen Daten von Frischepost. Darunter fallen z.B. Verbrauch und Ladefläche der verwendeten Elektrofahrzeuge, die durchschnittliche Lieferzeit je Kunde, die Berücksichtigung von Lieferzeitfenstern und das Auslieferungsgebiet. Kunden können manuell sowie zufällig der Kundenmenge hinzugefügt werden. Anschließend werden für Frischepost die optimalen Touren ermittelt, visuell in einer Webmap dargestellt und essenzielle KPIs (u.a. Gesamtstrecke, Gesamtzeit, Ladezeit) ausgegeben.

Für den Kunden wird parallel ein zufälliges Bestellportfolio der regionalen Betriebe von Frischepost konzipiert und berechnet, wie viel und Wegstrecke dieser spart, indem nicht für einen vollständigen Warenkorb alle Betriebe nacheinander persönlich besucht werden müssen.

Mithilfe der Begriffe des Sustainable Supply Chain Managements und Green Logistics ließ sich zudem feststellen, welche positiven Effekte die e-Food-Plattformen im Bezug auf die Nachhaltigkeitskomponenten sowohl auf Produzenten als auch Konsumenten haben. Die Verkürzung der Wertschöpfungskette bewirkt im ökonomischen Segment eine fairere Bezahlung der Produzenten, da weniger Parteien an der Leistungserstellung beteiligt sind. Auf dem ökologischen Level werden durch die regionale An- und Auslieferung Lieferwege verkürzt und Emissionen – unter Zusatz der Nutzung von Elektrofahrzeugen – verringert. Eine Studie konnte zeigen, dass sowohl die Anzahl der benötigten Fahrzeuge als auch die gefahrene Distanz noch zusätzlich vermindert werden kann, wenn mehrere Plattformen mit ähnlichem Liefergebiet im Vertrieb der Waren kooperieren. Die Stärkung der sozialen Interaktion zwischen Kunden und Produzenten wird durch eine verstärkte Online-Präsenz der Höfe und der Bewerbung von gemeinschaftlichen Events, beispielsweise Hoffesten oder Gastro-Veranstaltungen, vorangetrieben.

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